Alles, was zwischen Himmel und Erde wohnt, hat einen Namen, auch wenn es nicht sichtbar ist. Daher wird auch den Dingen, die innerlich empfunden, aber nicht angefasst werden können, der weite Begriff der Esoterik zugeordnet.
Im Gegensatz zur Exoterik (dem Äußerlichen, das für die Materie und ihre Erscheinungen steht), wird Esoterisches nur denen offenbar, die in der Lage sind, in sich hineinzuhorchen und die Außenwelt der fünf Sinne eine Weile auszublenden, ohne sie zu verdrängen.
Schon Aristoteles wusste, dass man die Welt von innen oder von außen betrachten kann. Auch die Anhänger des Pythagoras bildeten einen inneren und einen äußeren Zirkel. Wobei den engen Schülern aller großen Lehren immer das geheime Wissen ihrer Meister zugänglich war, während es vom äußeren Zirkel nur in Teilen wahrgenommen wurde. Alle Geheimlehren, die heute unter dem Stichwort Esoterik zusammengefasst werden, vereinigte einstmals, dass sie nur einem auserwählten Kreis von sensiblen Schülern weitergegeben wurden. Über die Jahrtausende gehörte zu den esoterischen Geheimnissen sowohl die Astrologie wie die Alchemie oder alles Okkulte.
Verschiedene Zahlenlehren, die über den Begriff der Harmonie mit der Musik zusammenhingen, fielen ebenso unter die Kategorie Esoterik wie alle Fragen der Unsterblichkeit der menschlichen Seele.
Immer ging es den Esoterikern über alle Zeitalter darum, das Chaos und die Unberechenbarkeit des Lebens (wie aller anderer Existenzsysteme) in eine innere Ordnung zu bringen, indem man es erklärte.
Auch auf einem anderen Boden als auf dem der rationalen Wissenschaften. Magie, Mystik, Metaphysik und Kosmologie spielen in der Esoterik eine ebenso große Rolle wie das starke Empfinden für feinstoffliche, unerklärbare Phänomene, die nur vom Grunde des Herzens aus wahrnehmbar und in einen Sinn einzubinden sind.