Kartenlegen oder Kartomantie?

Die Magie der Karten

Wissen Kartenlegen

Weil wichtiger klingt, was einen offiziellen Namen hat: Kartomantie nennt sich in Expertenkreisen das, was das fahrende Volk im Mittelalter unter die sogenannten ehrbaren Leute brachte. Und da immer schon Magie in dem steckte, was die Zukunft erklärte, kam die Kunst des Kartenlegens nach einigen Jahrhunderten auch in den bürgerlichen (vorerst zumeist französischen) Salons zu großer Popularität.
Denn Wahrsagen, das sprach sich herum, konnte man nicht nur aus den Handlinien oder Kaffeesatz, sondern zur Not sogar aus einem Skatblatt.

Dazu mussten die Karten nur in bestimmten Mustern ausgelegt werden, worauf die Okkultisten der Dame des Hauses einen Erfolg in der Liebe oder dem Herrn denselben in Geldgeschäften prophezeiten. Angefangen haben soll die Auslegung mit Spielkarten aber lange Zeit vor diesem populären Vergnügen an den Höfen der chinesischen Kaiser.

Im Gegensatz zum Tarot, das sich vorwiegend mit dem inneren Thema Selbsterkenntnis beschäftigt und nur begleitend zukünftige Tendenzen auslegt, geht es beim herkömmlichen Kartenlegen fast immer um sehr praktische Entwicklungen in der äußeren Welt.

Beliebt waren lange Zeit die bekannten Kipper-Karten, die viel mit den sogenannten “Zigeunerkarten” gemeinsam haben. Aber auch das Lenormand-Deck, der ehemaligen Klosterschülerin Anne Lenormand, die sich dann der Esoterik zuwandte, sogar erfolglos wegen Hochverrats angeklagt wurde und später dennoch Könige beriet, hat heute wieder eine große Fangemeinde. Das Talent zum Kartenlegen wird oft durch ganze Familien vererbt.

Ein guter Kartenleger muss nicht nur die reine Technik und sämtliche Analysemöglichkeiten der Decks kennen, sondern auch fein eingestimmt sein auf eine intuitive Verbindung der reinen Kartenaussage und darüber hinaus des Menschen, den sie betrifft.